Wie Sie Ihre Wünsche in Handlungen umsetzen.

Wünsche sind bewusst gemachte Bedürfnisse. Manche Wünsche schaffen es zu Handlungen zu werden, was die Möglichkeit der Erfüllung (des Wunsches) positiv beeinflusst. Viele Wünsche und Bedürfnisse bleiben jedoch in ihrem Ursprungsstadium stecken. Was können wir tun, um mehr unserer Wünsche umzusetzen? Die Motivationstheorie hat eine Antwort dazu:

„Alea iacta est!“ (der Würfel ist geworfen worden) sagte Julius Cäsar im Jahr 49 v. Chr. und überschritt mit seinen Truppen den Fluss Rubicone in südlicher Richtung gegen Rom und zog damit unwider­ruflich in den römischen Bürgerkrieg. Julius Cäsar war sich bewusst, dass es ab der Überschreitung des Flusses kein Zurück mehr gab, was er mit dem ebengenannten Ausspruch kundtat.

Viele Jahrhunderte später (in 1990) verwendet Heinz Heckhausen in der Motivationstheorie den Rubikon als Metapher in seinem Modell des zielrealisierenden Handelns. Er nennt es das „Rubikonmodell“. Danach muss ein Wunsch oder ein Bedürfnis verschiedene „Reifungsstadien“ durchlaufen bis daraus eine Handlung resultiert. U.a. gilt es „den Rubikon zu überschreiten“, um vom Motiv zur Intention – also Absicht – zu gelangen. In diesem Reifeprozess der Wünsche wird der Mensch mobilisiert, motiviert und aktiviert damit er die Handlung umsetzt.

Das Rubikon-Modell:

Rubikonmodell

Legende: Die fünf Reifestadien vom Bedürfnis zum Handeln (Rubikonmodell; H. Heckhausen) und die fünf Prozess-Schritte für zielrealisierendes Handeln (ZRM – Zürcher Ressourcenmodell). Schritt 1: vom Bedürfnis zum bedeutenden Thema; Schritt 2: Vom Thema zu handlungswirksamen Zielsetzungen (Überschreitung des Rubikon); Schritt 3: Vom Ziel zum Ressourcen-Pool; Schritt 4: Die Ressourcen gezielt einsetzen; Schritt 5: Integration und Transfer.

 

Diese Schritte führen Sie zu zielrealisierendem Handeln:

Sind Sie sich Ihres (Veränderungs-)Bedürfnisses bewusst, soll es an einem Thema festgemacht werden. Oft spielen jedoch viele Themen in ein Bedürfnis hinein. Es geht also darum, die verschiedenen Themen abzuwägen und das bedeutende, treffende Thema zu finden. Sie werden es sofort spüren, wenn Sie das relevante Thema zur Bedürfnisdeckung gefunden haben.

Zur Überschreitung des Rubikon ist die Umformulierung des bedeutenden Themas in eine Zielsetzung notwendig. Dieses Ziel soll drei Kriterien erfüllen: (1) Es soll positiv formuliert sein: „Ich werde mir jeden Tag 30 Minuten Auszeit nur für mich nehmen.“, (anstelle von „Ich will nicht mehr am Limit laufen.“). (2) Die Realisierbarkeit des Ziels soll zu 100% unter eigener Kontrolle liegen (keine Abhängigkeit von aussen; keine Türe für Entschuldigungen öffnen). (3) Das Ziel soll beobachtbar und spürbar aktivierend sein. Es sollte es ein „glückseliges Grinsen“ auf Ihr Gesicht werfen…

Dann geht es um die Vorbereitung der Handlung, also positive, stärkende Kräfte/Ressourcen zu entwickeln, um das Handeln durchzusetzen. Denn im Alltag lauern ganz viele Handlungsbarrieren: andere Projekte und Prioritäten, die Arbeit, die Familie, die Ferien, Partys uvm. Ressourcen können sein: die Vorstellung des Zustandes nach der Erreichung des Ziels. „Ich werde Waldspaziergänge machen, Freunde treffen, mit den Jungs Fussball spielen, meine Kreativität beim Malen sprudeln lassen etc.“ Auch Erinnerungshilfen sind Ressourcen, die das Handeln unterstützen: Setzen Sie Ihr Passwort für den Geschäfts-PC auf „Auszeit2013‘…

Es ist von Bedeutung, das Handeln jederzeit abrufen zu können, damit die neue Intention auch im Ernstfall in Handlung umgesetzt wird. Definieren Sie Ausführungsintentionen, die Sie dabei unterstützen; wie zum Beispiel: „Bevor ich mir wieder mehr Arbeit aufbürde, atme ich dreimal tief durch und sage meinem Kollegen, dass ich im Moment vollkommen ausgelastet sei…“. Sie können sich also einen Schlachtplan zu Recht legen, mit dem Sie Ihre Reaktion auf zielgefährdende Situationen planen: „…wenn X eintritt, dann tue ich Y um mein Ziel Z weiterhin zu verfolgen…“.

Jetzt da Sie bereits am zielrealisierenden Handeln sind, geht es darum, die soziale Unterstützung Ihres Netzwerkes miteinzubeziehen. Kreieren Sie Ihre eigene Geschichte für die neue Facette Ihrer Identität und erzählen Sie diese Geschichte Ihren Freundinnen, Freunden, Familie. Jedes Mal wenn Sie die Geschichte weitererzählen festigt sich Ihr zielrealisierendes Handeln. Und plötzlich sind Sie am Ziel – Ihr Bedürfnis, Ihren Wunsch haben Sie umgesetzt…

Buchtipp: Storch Maja et al (2007), Selbstmanagement – ressourcenorientiert; kaufen bei Amazon
Lesen Sie auch über das Coaching-Programm: Neuorientierung mit Handlungsaktivierung
Zurück zur Übersicht