Resilienz – was uns widerstandsfähig macht…

Weshalb lassen sich manche Menschen von Veränderungen und Rückschlägen im Leben nicht oder nur kurz aus dem Gleichgewicht bringen? Was zeichnet Menschen aus, die über Resilienz verfügen?

Resilienz (lateinisch resilire ‚zurückspringen‘, ‚abprallen‘, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit oder Spannkraft) bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, mit Veränderungen umgehen zu können. Das System nimmt dabei die von aussen kommende Störung auf und gleicht sie unter Beibehaltung der Integrität des Systems aus. Sinnbildlich kann dies mit dem „Stehaufmännchen“ (der „Stehauffigur“), verglichen werden: es reagiert auf äussere Einflüsse, wenn es getroffen wird, richtet sich jedoch aus jeder Lage wieder auf.

Bei Menschen drückt Resilienz die Fähigkeit aus, mit Druck, Veränderungen, Ungewissheiten und Rückschlägen im Leben umgehen zu können. Dabei sind resiliente Menschen nicht unbeeindruckt von den äusseren Gegebenheiten und der Auswirkung, die sie im Inneren – in ihrem System und Organismus – auslösen. Im Gegenteil, sie nehmen sie bewusst wahr. Sie haben jedoch, im Vergleich zu weniger resilienten Menschen, einen anderen Umgang mit diesen Gegebenheiten und vor allem mit sich selbst.

Widerstandsfähige Menschen verfügen über einen Mix aus intra- und interpersonalen Resilienz-Faktoren*:

  • Fähigkeit zur Selbstregulation
  • gesundes, positives Selbstbild & realistischer Optimismus
  • Zielorientierung
  • Stabile Beziehung zu einer Vertrauensperson
  • Empathie & die Fähigkeit mit anderen in Kontakt treten zu können

Demnach verfügen hoch resiliente Menschen über die Fähigkeit, ihre Emotionen und Bedürfnisse wahrzunehmen, sie richtig einzuschätzen und sich zu entscheiden, in welchem Ausmass sie – in einer gegebenen Situation – den Emotionen freien Lauf lassen, respektive den Bedürfnissen unbeirrt nachgehen. Sie kennen Ihre Eigenschaften, ihre Fähigkeiten und glauben an diese. Sie verfolgen klare Ziele im Leben und scheuen nicht, diese von Zeit zu Zeit anzupassen. Hoch resiliente Menschen verfügen über ein soziales Umfeld, welches ihnen Halt gibt. Sie sind empathisch und können auf andere offen zugehen.

Obschon die fünf Resilienz-Faktoren im Verbund wirken, ist die Fähigkeit zur Selbstregulation der zentrale Faktor. Selbstregulation bedeutet mit den eigenen Charakter- und Persönlichkeitsaspekten in  unterschiedlichen Situationen umgehen zu wissen. Selbstregulation bedingt daher Selbstkenntnis und Selbstkontakt. Der Mensch lernt sich besser kennen und wahrnehmen durch prüfendes Nachdenken, respektive gefühlsmässiges Erfahren. Diese Reflexion seines Selbst, macht das eigene Verhalten in herausfordernden Situationen vorhersehbarer und dadurch zu einem gewissen Masse steuerbar. Der Selbstkontakt schlussendlich, ermöglicht dem Menschen mit seinen Gefühlen, Ängsten, Ressourcen und Bedürfnissen in Kontakt zu sein, sich ihnen bewusst zu sein und sich in genügendem sowie situationsadäquatem Ausmass nach ihnen auszurichten. Gelingt ihm das, erlebt er das positive und resilienzstiftende Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Ein Coaching unterstützt Sie bei der Selbstreflexion und beim Erforschen Ihrer eigenen Einfallstore zum Selbstkontakt. Dadurch stärken Sie Ihre Selbstmanagement-Fähigkeiten und steigern Ihre Widerstandskraft auch in persönlich herausfordernden Situationen.

*Quellen: Emmy Werner (1984) und Denis Mourlane (2014)
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